Das ganz besondere Kneippbecken

Da können sich andere Heilbäder noch etwas bei uns abgucken! Seit der Eröffnung der neuen Seepromenade, gibt es dort nicht nur das neue Sonnendeck, Liegestühle und eine Open-Air-Bühne: Funkelnagelneu und mit einem ganz besonderen System liegt dort auch ein komplett innovatives Kneippbecken!

?So etwas habe ich vorher auch noch nicht gesehen?, sagt Elisabeth Juhls, 1. Vorsitzende des Segeberger Kneippvereins. Als es ums Planen der neuen Seepromenade ging, hat die Stadt Segeberg auch den Kneippverein angesprochen und zu Rate gezogen. Denn auch das neue Kneippbecken sollte etwas ganz Originelles für Segeberg werden. Und das hat offenbar geklappt! Das Besondere: Für dieses Becken wurde nicht einfach nur eine Kuhle ausgehoben und mit Wasser befüllt. Dieses Kneippbecken schwimmt und funktioniert hydraulisch!

?Die neue Technik garantiert, dass das Wasser immer exakt 40 Zentimeter tief ist?, erzählt Elisabeth Juhls. Und die gleichbleibende Wassertiefe ist für das richtige Wassertreten unerlässlich! Außerdem wird das Becken laufend mit frischem Wasser aus dem See gespeist- es ist also immer sauber! Vor dem Umbau der Promenade lag das Becken etwas versteckt und wurde oft von Interessierten nicht gefunden. Jetzt ist das Becken, direkt am Steg, nicht mehr zu übersehen. Auch Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner und Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld konnten bei der Eröffnung nicht widerstehen, zogen Schuhe und Strümpfe aus, krempelten sich die Hosenbeine hoch und staksten im Storchengang durch Wasser!

So ?kneippt? man richtig!

Ganz wichtig: Bevor man barfuß ins kalte Wasser steigt, sollten die Füße unbedingt warm sein! Mit eiskalten Füßen ins kalte Kneippbecken zu steigen könnte dann eher einen Schnupfen nach sich ziehen, als Fitness und Erholung. Ein Bein sollte dann beim Wassertreten immer vollkommen aus dem Wasser gezogen und die Fußspitze etwas nach unten gebeugt werden ? das nennt man auch Storchengang. Nach 30 Sekunden spürt man dann ein starkes Kältegefühl in den Füßen und den Unterschenkeln. Dann sollte man das Wasser erst einmal wieder verlassen um die Füße mit etwas Gymnastik wieder zu erwärmen. Aber nicht abtrocknen! Das Wasser nur leicht abstreifen, rät Elisabeth Juhls. Hartgesottene können dann direkt wieder rein ins Wasser. Anfängern rät Juhls jedoch, erst einmal langsam anzufangen und es zu Beginn nicht zu übertreiben.

Durch das ?staksen? im kühlen Wasser werden Kreislauf und Durchblutung angeregt, was vorbeugend bei Krampfadern hilft. Außerdem werden durch den kurzen Kältereiz die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt und die Abwehrkräfte gestärkt. Und, gegen Abend angewendet, soll es sogar beim Einschlafen helfen. Der Erfinder des Wassertretens, Sebastian Anton Kneipp, hatte zu Lebzeiten selbst positive Erfahrungen mit dem Wassertreten gemacht: Als er 1849 an Tuberkulose erkrankte, hörte er von der sogenannten ?Hydrotherapie?. Daraufhin badete Kneipp selbst mehrfach einige Augenblicke in der eiskalten Donau ? und wurde wieder gesund.

Wer jetzt Lust bekommen hat, mitzumachen: Der Kneippverein Bad Segeberg e.V. trifft sich noch bis Ende des Herbstes jeden Donnerstag Abend um 18 Uhr beim neuen Becken und lädt alle Interessierten herzlich dazu ein, mitzumachen. Und das Tolle dabei ist: Es ist vollkommen umsonst! Die Benutzung des Beckens kostet nämlich nichts!

Den Kneippverein Bad Segeberg erreichen Sie übrigens unter: kneippvereinsegeberg@t-online.de

Gesundheitstipps Gesundheit - 19.09.2014

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