"Barrierefreie Stadt" - Mehr Kompromissbereitschaft

Mit einer besonderen Aktion haben die Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Stadt" für eine bessere Vernetzung und um mehr Mitstreiter geworben.

In ihrer jährlichen Veranstaltungsreihe haben sich dazu diesmal insgesamt 14 Freiwillige aus dem Segeberger Rathaus und dem "Netzwerk Inklusion" am Montag in der Sporthalle der Dahlmannschule in Sportrollstühle gesetzt und unter der Anleitung von Peter Richarz und Phillip Opong vom DRS (Deutscher Rollstuhl-Sportverband e.V.) das Rollstuhlfahren versucht zu erlernen.

Unfreiwillige Zusammenstöße oder das Rammen von Bänken und Wänden war da keine Seltenheit, erzählt die freiwillige Mitfahrerin Ulrike Strunk: "Es ist schwer, dass man so viel koordinieren muss! WIR gucken und gehen - aber DIE müssen mit den Händen gucken, gehen, rudern links, rechts - um dann in die richtige Richtung zu kommen.fällt mir schwer-ist überhaupt nicht einfach!"

Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld unterstützte die Aktion. Auch er hat schon einmal in einem Rollstuhl gesessen. Die Erfahrung, wie es ist, mit dem Rollstuhl mehrere Meter über Kopfsteinpflaster zu fahren, hat sein Verständnis für Denkmalschutz erheblich gedämpft: "Das Verständnis dafür, wie sich Menschen mit Handicaps fühlen, bekommt man am ehesten, wenn man gemeinsam (?.) die Lebenssituationen nachstellt, die Menschen mit Handicaps haben. Aber, wie so vieles im Leben, ist alles ein Kompromiss!"

Mehr Kompromissbereitschaft wünscht sich auch die Initiatorin und Leiterin der AG, Ute Heldt. Zur Zeit wird an der "Stolperfalle" Kopfsteinpflaster Marktplatz gearbeitet. "Das sind echte Barrieren", sagte Heldt am Rande der Veranstaltung. Allerdings lasse sich zusammen mit der "Vernetzung" der verschiedenen Partner und der verschiedenen Fachgebiete, möglichst breiter Informationen und einer stetigen Öffentlichkeitsarbeit viel erreichen.

Die Stadt Bad Segeberg beschäftigt sich seit vier Jahren mit der Barrierefreiheit in der Stadt. Bauliche Maßnahmen, wie barrierefreie Haltestellen, Absenkungen, kontrastreiche Markierungen oder barrierefreie Toiletten gehörten ebenso dazu, wie das Einfließen der Barrierefreiheit in den Neubau der Seepromenade oder die Um- und Neubauten an Bad Segebergs Schulen, sagte Heldt weiter.

News Gesundheitspark - 10.03.2015

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